Hirsch (Cervus elaphus)

Der Hirsch ist eine typische Art, die im Wald lebt; er zieht  Hochstamm- oder Schlagwälder vor, mit dazwischenliegenden Lichtungen, Äckern und Wiesen; er mag nicht Schnee und steile Felshänge. Er ist der grösste Wiederkäuer Italiens, ist 180-250 cm lang und 95-135 cm am Widerrist hoch. Das Gewicht liegt zwischen 160 und 210 kg bei den Böcken und zwischen 90 und 130 kg bei den Weibchen. Das Gehörn, das nur die Böcke besitzen, wird jedes Jahr im Frühling verfegt, vorerst von den alten Böcken (Februar-März) und dann von den Jungen (Mai), und es wird  im Juli neu entfaltet. Der Hirsch frisst grosse Grasmengen, oft mit Baumblättern und Büschen und im Winter mit Laub- und Nadelbaumästen und Baumrinde gemischt. Er benötigt im Durchschnitt 10-15 kg Gewächs pro Tag und verschmäht nicht Eicheln, Kastanien und Bucheckern. Vor allem kam der Hirsch in den Park als Folge von Wiedereinführungen der achtziger Jahre ins untere Aosta-Tal. Manche Exemplare haben sich nach Süden verlagert und das Soana-Tal besiedelt. Heute ist er im Park vor allem in diesem Tal und mit einigen sporadischen Berichten im Orcotal vorhanden. Im Frühling 2002 wurde  ein grosses Wiedereinführungsprojekt in den ungeschützten Seiten des Orco- und Soana-Tals eingeleitet. Diese massive Wiedereinführung mit Tieren französischer Herkunft wird bald die Ausdehnungsdynamik der Hirsche in den Park entscheidend beeinflussen.
 
Foto: Yves Jacquemoud