Gämse (Rupicapra rupicapra)

Die Gämse, typischer Bewohner des Mittel- und Hochgebirges, lebt in sehr unterschiedlichen Umgebungen, die vor allem die Steilheit der Hänge und die Anwesenheit von Felsen gemeinsam haben. Mittlerer Grösse und massig, ist die Gämse 100 bis 130 cm lang. Im Herbst ist das Gewicht in der Regel zwischen 30 und 40 kg in den Böcken und zwischen 25 und 30 kg in den Weibchen. Beide Geschlechter sind von gekrümmten, beständigen und hakenförmigen Hörnern gekennzeichnet. Der Huf hat eine weiche Sohle, die die Haftung auf den Felsen begünstigt, eine harte und scharfe Kante, die ermöglicht, die kleinsten Halte auszunutzen, und eine Membran, die sich brückenartig zwischen den beiden Klauen erstreckt und somit eine grössere Stützfläche auf dem Schnee gewährleistet. Seine sommerliche Ernährung ist fast ausschliesslich von frischen Kräutern zusammengesetzt, aber im Winter wird sie mit Blättern, Büschen, Moosen und Flechten bereichert. Die Gämse ist das meistverbreitete und zahlreichste Huftier des Parks und gleichmässig in den Tälern des Piemonts und Valle d' Aosta verteilt. Hohe Dichten werden in den Tälern von Campiglia , Noaschetta, Ciamosseretto, Sort, Levionaz und Valnontey festgestellt. Auch die Gämse wird mit besonderer Aufmerksamkeit von den Parkforschern gefolgt und studiert. Ein langfristiges Forschungsprojekt über die Öko-Ethologie der Gämse ist im Gange im oberen Orcotal.

Foto: Marco Ferrando